Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft e.V.

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Geschichte der Fasnacht in Konstanz

 

Fasnacht oder Fasnet hat in Konstanz eine sehr alte Tradition und hat die gleichen Ursprünge wie beispielsweise der rheinische Karneval oder der bayerische bzw. alpenländische Fasching. Fasnächtliche Umtriebe der Konstanzer Bevölkerung sind seit dem Mittelalter belegbar. Im ausgehenden Mittelalter wird die bürgerliche Fasnacht hauptsächlich von den Zünften getragen, und hier tut sich die Zunft „zur Katz" besonders hervor. Ihre Zunfthäuser existieren heute noch. 1451 wird das erste Mal das „verbutzet" gehen erwähnt. Verbutzen bedeutet maskieren. Für das Jahr 1505 ist schon ein „Narro Zunftmeister" im Ratsbuch der Stadt erwähnt und es werden närrische Besuche, wie z. B. nach St. Gallen, durchgeführt. Heute würde man Narrentreffen dazu sagen. Um diese Zeit war die Freie Reichsstadt Konstanz sowohl politisch als auch fasnächtlich auf ihrem Höhepunkt angelangt.

Die Zeit der Reformation (in Konstanz von 1529-1548) veränderte vieles. Mit der Niederlage der Stadt gegen das spanische Heer wurde Konstanz zwar wieder katholisch, was für die Fasnachtsausübung eher von Vorteil war, doch zu seiner alten Stärke fand es nie mehr zurück. Gegängelt als vorderösterreichische Stadt und im Zuge der Gegenreformation wurde oft versucht, die Fasnacht zu verbieten bzw. in enge Schranken zu verweisen. Durch Kaiser Leopold I. wurde ab 1683 die Fasnacht von der Straße in die Säle verlagert und oft war es nur noch Kindern erlaubt maskiert auf der Straße Fasnacht zu Feiern.

Die französische Revolution und die damit verbundenen Auswirkungen veränderten das Bild der Konstanzer Fasnacht ein weiteres Mal. Die Zünfte, die lange Zeit die Fasnacht organisiert hatten, existierten nicht mehr. Konstanz wurde 1805 badisch und ab dieser Zeit vom protestantischen Karlsruhe aus regiert, das in der Regel nicht viel für Fasnacht übrig hatte. Doch auch dieser Umstand konnte den Konstanzern die Fasnacht nicht austreiben. Die neu aufgekommenen Vereine, wie der Museumsverein oder die Narrenrunde Bodan organisierten die Fasnacht. Nebenbei bemerkt sind aus dieser Zeit die ältesten schriftlichen Belege für die Konstanzer Narrenfiguren Blätzlebue(b) und Hansele, die Traditionsfiguren der Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft, erhalten.

Im ausgehende 19. Jahrhundert reißt der von Köln 1823 aufgebrochene Prinz Karneval auch in Konstanz die Macht an sich. 1880 wird die Narrengesellschaft „Elefanten A.G." gegründet und viele weitere folgen. In Konstanz, wie in vielen anderen schwäbisch-alemannischen Orten, wird die traditionelle Fasnacht fast ausgelöscht.

Dies hält bis in die 1920er Jahre an. Ausgehend von Villingen setzt 1924 eine Gegenbewegung ein. Traditionelle Fasnachtsfiguren werden wiederbelebt und man organisiert sich in Narrenzünften. Nach dem zweiten Weltkrieg kommt es zu einer förmlichen Explosion der Narrenzünfte. Mittlerweile hat fast jeder Ort im schwäbisch-alemannischen Raum eine Narrenfigur und somit Zunft. Wenn es früher noch keine gab, dann wird sie neu geschaffen.

In vielen anderen Orten wurden die Narrengesellschaften durch die Narrenzünfte verdrängt. In Konstanz kann man beide Organisationsarten noch erleben. Während die einen eher im Saale zu Hause sind, findet man die anderen eher auf der Straße.

Heute gibt es in Konstanz ca. 10 Narrengesellschaften und ca. 60 Narrenzünfte bzw. freie Narrengruppen, die die Konstanzer Fasnacht vom (11.11.) 06.01. bis zum Aschermittwoch beleben. Einer Umfrage der Universität Konstanz zufolge stehen über 80% der Konstanzer Bevölkerung hinter ihrer Fasnacht.

Text: Uli Topka

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